Kinder und Homöopathie

 

Was ist Homöopathie?

Nicht das Arzneimittel selbst heilt den Menschen, sondern durch das Arzneimittel werden die Selbstheilungskräfte des einzelnen Menschen so angeregt, dass sie dann die Heilung herbeiführen können.
 

Wenn ein Mensch krank wird, ist es nicht so, dass die „Umwelt“den Organismus schädigt, sondern es gelingt dem Organismus nicht mehr, die krankmachende Einflüsse auszugleichen.

Der individuelle Versuch des Organismus, die Lebenskraft wieder ins Gleichgewicht zu bringen (=Symptome) kann man als ein individuelles Abwehrgefüge sehen.

Gerade bei chronischen Erkrankungen ist die Lebenskraft so sehr geschwächt, dass die Abwehr-Symptome die der Körper produziert zu schwach sind um die Krankheit zu überwinden, deswegen bleiben sie bestehen und werden chronisch. Dies ist nichts anderes als ein stetiger Versuch des Körpers Krankheit zu überwinden.

Nun sucht der Homöopath ein Heilmittel, welches einem Gesunden gegeben ähnliche Symptome hervorruft wie sie typisch für die kranke Person sind. Durch dieses ähnliche Heilmittel werden die Symptome des Patienten kurzzeitig verstärkt dass sie genug Kraft haben, die Krankheit zu überwinden. Wesentlich sind hierbei die potenzierten Arzneimittel, denn je mehr eine Substanz verschüttelt und verdünnt wird, desto spezifischer wird ihre Heilwirkung.
 

Wie wirkt die Homöopathie?

Die Homöopathie wirkt nicht wie die gängigen pharmakologischen Arzneimittel „gegen“ eine Erkrankung oder Symptome, sondern Homöopathie wirkt auf die Selbstheilungskräfte nach dem Resonanz-Prinzip. Das heißt, sind sich der Zustand des Patienten und das Heilmittel ähnlich, können sie miteinander interagieren, der Körper ist dann empfänglich für diesen Heilimpuls.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die klassische Homöopathie erst ein genaues Gesamtbild der Symptome verlangt, bevor sie ein Mittel wählt. Bleibt das Symptombild nämlich unvollständig, dann beschränkt sich die heilende Wirkung des Stoffes auf eine Teilfrequenz.

Nicht immer, aber doch häufiger, kommt es nach der Einnahme eines stimmigen Mittels zu einer vorübergehenden Intensivierung der Beschwerden, der sogenannten Erstverschlimmerung. Diese ist im Sinne der Homöopathie ein gutes Zeichen, weil sie deutlich zeigt, dass das Mittel seine Wirkung entfaltet und genau die Bereiche der vorhandenen Erkrankung anspricht, die der Heilung bedürfen.

Wo kann die Homöopathie helfen?

Prinzipiell kann die Homöopathie bei allen körperlichen, emotionalen oder psychischen Beschwerden eingesetzt werden.

Gerade Kinder reagieren meist sehr gut auf Homöopathische Mittel, da sie wenige unterdrückende Therapien hinter sich haben, das Abwehrgefüge und die Lebenskraft noch gut funktionieren. Auch bei chronischen und immer wiederkehrenden Erkrankungen der Kinder wie Kopfschmerzen, Mittelohrentzündungen oder auch bei Ängsten reicht meist ein oder zwei Mittelgaben um Körper Geist und Seele wieder in Balance zu bringen.

Grenzen der Homöopathie

Eigentlich sind alle Erkrankungen und Beschwerden homöopathisch heilbar, die den Selbstheilungskräften zugänglich sind. Das heißt, Homöopathie wirkt bei chronischen wie auch bei akuten Erkrankungen.
Grenzen finden sich sicher bei akuten Notfällen in Unfallsituationen, gewaltsamen Einflüssen, bei extrem schwacher Lebenskraft, Blockierung durch bestimmte pharmazeutische Präparate und bei bleibender Schädigung eines oder mehrerer Organe.

Wann ist Homöopathie notwendig?

Normalerweise braucht man bei Kindern nur sehr wenig Homöopathie.

Kinder sind oft krank und das ist auch gut so. Kinder entwickeln im Moment der Geburt ihr Immunsystem. Mit Viren und Bakterien in Kontakt zu kommen ist also für ein Baby überlebenswichtig. Dieses Immuntraining verläuft meistens ohne das die Kinder krank werden. Aber auch wenn sie akut krank werden, haben sie meistens eine gute Lebenskraft und somit alles was man braucht um eine akute Krankheit aus eigener Kraft zu überwinden.

Bei den meisten akuten Krankheiten kommt man ganz ohne Medizin aus. Geborgenheit geben, da sein, kuscheln reicht meistens aus.

Nur wenn man das Gefühl hat, das Kind kommt aus eigener Kraft nicht mit der Krankheit zurecht ist die Homöopathie nötig und hilfreich.

Zb. bei Trockenem anhaltenden Husten, extremer Schwäche, zu lang anhaltendem Durchfall, großen Schmerzen, Nasenverstopfung, chronischen Erkrankungen und auch psychischen Auffälligkeiten.

Heutzutage werden bei jedem Wehwehchen sofort die Globuli gezückt. Fällt das Kind hin: Arnika

bei Fieber: Bella donna, beim Zahnen: Chamomilla etc.

Welches Signal geben wir unseren Kindern, wenn wir ihnen bei jeder Kleinigkeit Globuli geben?

Du brauchst immer Medizin, du schaffst das nicht alleine.

Vielmehr müssen wir unsere Kinder stärken und ihnen vermitteln: Du hast eine gute Lebenskraft, dein Körper hat alles was er braucht um wieder gesund zu werden.

So kann man mit Kindern beobachten, wie eine Wunde oder ein blauer Fleck von ganz alleine verschwindet. Ohne Homöopathie. Oder ihnen erklären, dass der Körper mit Fieber, Husten oder Erbrechen versucht, die Viren oder Bakterien aus dem Körper zu schmeißen.

Bei 70 Prozent der akuten Fälle ist keine Homöopathie angezeigt. Wir müssen unterscheiden, was ist ein normaler Krankheitsverlauf, eine normale Entwicklung bei Kindern und wann müssen wir eingreifen.

Wie entscheiden wir, ob das Kind noch alleine mit der Krankheit zurecht kommt?

Man muss schauen, wie es dem Kind in der Krankheit geht. Wenn es zwar krank, aber eine gute Energie hat sollte man nicht eingreifen. Wenn es Fieber hat, der Rotz kommt raus, der Husten ist produktiv, dann hat es die Krankheit ganz gut im Griff und man wartet ab. Oft sind es auch die Eltern, die sich hilflos fühlen und das Bedürfnis haben, dem Kind zu helfen und deswegen zu oft homöopathische Medizin geben. Hier ist es jedoch ratsam auf bewährte Hausmittel zurückzugreifen. Manchmal ist es auch angezeigt eher schulmedizinische Arzneien zu verschreiben, z.b. bei starken Schmerzen bei einer Mittelohrentzündung oder lang anhaltendem Fieber.

Hat die Homöopathie auch Nebenwirkungen?

Jede Medizin die eine Wirkung hat, hat auch Nebenwirkungen.

Wenn man bei einer akuten Erkrankung zu viele homöopathische Mittel gibt, verfälscht man das Krankheitsbild und es wird immer schwerer, das richtige Mittel zu finden. Wenn man einem Kind zu lange das falsche Mittel gibt, kann es sein, dass es eine Mittelbildprüfung durchmacht. Das heißt, es entwickelt Symptome, welches dem Mittel eigen sind, die aber nichts mit dem Kind zu tun haben. Setzt man das Mittel ab, verschwinden die Symptome meist wieder.

Wann akut behandeln und wann eine chronische Behandlung starten?

Wenn man merkt, dass das Kind z.B. immer wieder Ohrenentzündungen hat, ist es immer das beste einen Homöopathen zu kontaktieren um eine gescheite Erstanamnese durchzuführen um ein Mittel zu finden, welches das Gesundheitsniveau nachhaltig anhebt und die Lebenskraft auf lange Sicht stärkt.

Bei allen immer wiederkehrenden Erkrankungen, chronischen Zuständen, Entwicklungsauffälligkeiten oder psychischen Auffälligkeiten ist eine chronische Behandlung ratsam.

Welche homöopathischen Mittel braucht man bei akuten Erkrankungen am häufigsten?

Wie gut kennt man die homöopathischen Mittel, die man seinen Kindern gibt wirklich? Es ist wichtig, sich mit den Mitteln in seiner Hausapotheke auseinanderzusetzen, damit man verantwortungsbewusst handelt. Auch mit den Grundprinzipien der Homöopathie sollte man sich vertraut machen. Welche Potenz wähle ich? Wie oft wiederhole ich ein Mittel etc...

Wichtige homöopathische Mittel:

Bella donna

Aconit

Mercurius solub

Kalium sulfuricum

Sulfur

Pulsatilla

Spongia

Staphisagria

Phytolacca

Eupatorium perfoliatum

Bryonia

Rhus tox

Hepar sulfuris

Chamomilla

Silicea

Antimonium tartaricum

Veratrum album

Arsenicum album

Natrium muriaticum

Arnica

Ledum

Euphrasia

Hypericum

Ferrum phos

Lachesis

Nux vomica

Causticum

Lycopodium

Thuja

Phosphorus

Ipecacuana